Risikohinweise
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Als wir zuletzt im Juni 2025 über aktive UCITS-ETFs geschrieben haben, suchte das Segment in europäischen Portfolios noch nach seinem Platz. Seitdem ist das verwaltete Vermögen auf 85 Milliarden Euro angewachsen (siehe untenstehende Grafik) – mehr als 60 Prozent über dem Niveau von Ende 2024, macht jedoch weiterhin nur drei Prozent des gesamten UCITS-ETF-Vermögens aus.[1] Vor diesem Hintergrund erscheinen uns drei Fragen besonders interessant: Wie hat sich der Markt verändert, woher kommen die nächste Wachstumsimpulse, und was bedeutet eine breitere Marktlandschaft für die Produktauswahl?

Rund 45 Vermögensverwalter bieten inzwischen aktive UCITS-ETFs in Europa an – damit ungefähr dreimal so viele wie in 2021.[2] Aktive Strategien machten 2025 zudem rund 36 Prozent aller UCITS-ETF-Neuauflegungen aus, nach etwa 23 Prozent im Vorjahr.[3] Das Produktuniversum hat sich sichtbar erweitert, aber spiegelt sich dies auch in der Nachfrage wider?
Tatsächlich sind die Ströme der Investorengelder konzentriert geblieben, doch erste Anzeichen für breitere Einsatzmöglichkeiten zeichnen sich ab. Enhanced-Equity-Strategien, also solche mit kontrolliertem Tracking Error und benchmarkorientierter Konstruktion, dominieren weiterhin die institutionelle Verbreitung. Dieses Muster entspricht dem Rahmenwerk, das wir 2025 skizziert haben: Aktive ETFs gewinnen dort an Bedeutung, wo sie einen klaren Zweck erfüllen — Alpha zu erzielen, oder gezielt Ergebnisse wie einen definierten Ertrag oder Schutz vor Kursverlusten zu ermöglichen oder spezialisierte Exposures zugänglich zu machen, die sonst schwer abbildbar wären.[4] Traditionelle, auf starken Überzeugungen basierende aktive Aktienstrategien sind im Bereich aktiver UCITS-ETFs dagegen bisher nur dünn vertreten. Das ist nicht überraschend, da die ETF-Hülle allein die zentralen Herausforderungen traditioneller aktiver Manager bei der konsistenten Alpha-Generierung nicht löst. Gleichwohl zeigen sich erste Zeichen einer gewissen Dynamik, da viele traditionelle aktive Manager in den UCITS-ETF-Markt expandieren. Dadurch wird die Auswahl des Managers sowie die sorgfältige Prüfung der ETF-Plattform und des Ökosystems künftig noch wichtiger.
Während Aktienstrategien weiterhin den Großteil des Vermögens in aktiven UCITS-ETFs ausmachen (siehe obenstehende Grafik), sind Anleihen zuletzt zu einem wichtigen Wachstumstreiber der Mittelneuzuflüsse geworden. Der Anteil aktiver Anleihe-ETFs an den gesamten Netto-Neuzuflüssen aktiver ETFs hat sich in etwa verdoppelt – von rund 19 Prozent im Jahr 2024 auf fast 40 Prozent im ersten Quartal 2026 (siehe untenstehende Grafik).[2] Wir sehen dies nicht als kurzfristiges Phänomen, denn Anleihen eignen sich besonders für aktives Management, da es Ineffizienzen im Markt gibt, die diskretionäre Manager potenziell nutzen können.
Dies zeigt sich auch in den jüngsten Daten: Im ersten Quartal 2026 verzeichneten diskretionäre aktive UCITS-ETFs im Anleihen-Bereich rund 2,5 Milliarden Euro an Netto-Mittelneuzuflüssen — mehr als das Fünfzehnfache der 158 Millionen Euro, die in systematische Pendants flossen. Ein nahezu entgegengesetztes Bild ergibt sich bei aktiven Aktienstrategien: Dort vereinnahmten systematische Strategien rund 3 Milliarden Euro, deutlich mehr als diskretionäre Aktienstrategien mit rund 870 Millionen Euro.[5]
Verwaltetes Vermögen und Netto-Mittelneuzuflüssen der letzten zwölf Monate aktiver Anleihen-ETFs nach Segment (2021–Q1 2026)
Quelle: DWS International GmbH, Trackinsight, Mai 2026. Basierend auf Klassifizierungen der DWS International GmbH.
Während sich das Wachstum der verwalteten Vermögen weiter beschleunigt hat, sind die absoluten Niveaus immer noch niedrig (siehe Grafik 1), und wir glauben, dass noch reichlich Potenzial nach oben besteht. Mit Blick auf die heutige Investmentlandschaft sehen wir drei Kräfte, welche die Dynamik aktiver UCITS-ETFs verstärken könnten:
Dachfonds, diskretionäre Manager und kleinere institutionelle Käufer werden aktive ETFs voraussichtlich breiter einsetzen und sie als liquide, transparente Bausteine sowohl in Kern- als auch Satellitenallokationen nutzen[6].
Das Anlegerinteresse nach aktiven Anleihen-ETFs liegt weiterhin deutlich über der tatsächlichen Allokation, sodass über mehrere Jahre hinweg Raum für eine weitere Verbreitung besteht[5].
Selbstgesteuerte Mittelflüsse von Privatanlegern über digitale Plattformen konzentrieren sich derzeit weiterhin auf passive ETFs. Sollten aktive Strategien jedoch in diesen schnell wachsenden Vertriebskanal vordringen, würde dies höchstwahrscheinlich über die ETF-Hülle erfolgen und ein großes Potenzial eröffnen.
Ein wachsendes Produktangebot erhöht zugleich die Anforderungen an die Produktauswahl. Welches Produkt passt am besten zu den jeweiligen Anlagezielen und Anforderungen? Aus diesem Grund haben wir einen einfachen Leitfaden für die Auswahl aktiver ETFs entwickelt: Die Portfoliorolle definieren, die dazu passende Strategie auswählen, die Hülle validieren und beurteilen, wie sich eine Strategie unter Stress verhält.
Von der Definition der Portfoliorolle über die Auswahl der Strategie und die Validierung der Hülle bis hin zur Beurteilung des Verhaltens unter Stress

Quelle: DWS International GmbH, Mai 2026.
Für unser Rahmenwerk zu den Einsatzfeldern aktiver ETFs siehe das Spotlight aus dem letzten Jahr (auf Anfrage beim Xtrackers Team) und unser Research Paper.
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