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Risikohinweise

Bitte beachten Sie, dass Xtrackers ETFs und ETCs weder kapitalgeschützt noch garantiert sind. Anlegerinnen und Anleger sollten bereit und in der Lage sein, Verluste bis hin zum vollständigen Verlust des investierten Kapitals zu tragen. Der Wert von Xtrackers ETFs oder ETCs kann steigen oder fallen; vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Investitionen in Xtrackers ETFs oder ETCs sind mit Risiken verbunden. Eine Übersicht der damit verbundenen Risiken finden Sie unter der Registerkarte „Risiken und Hinweise".


Wichtiger Sicherheitshinweis: Warnung vor Betrugsversuchen im Namen der DWS
Uns ist aufgefallen, dass Betrüger im Internet und in sozialen Medien die Marke „DWS“ sowie Namen von DWS-Mitarbeitern missbrauchen. Dabei kommen gefälschte Webseiten, Facebook-Seiten, WhatsApp-Gruppen, sowie Apps zum Einsatz. Bitte beachten Sie, dass die DWS keine Facebook-Botschafterprofile oder WhatsApp-Chats betreibt.
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Jen­seits von KI: Po­ten­zi­el­le Ren­di­te­quel­len brei­ter auf­stel­len

Spotlight Juli 2026

Banner ETF Investment Insights

Willkommen zur Juli Ausgabe des Xtrackers Spotlight!


Künstliche Intelligenz (KI) verändert Branchen, treibt Gewinne an und dominiert die Schlagzeilen. Doch während KI ihren Platz im Zentrum moderner Portfolios festigt, verdient eine leisere Frage Aufmerksamkeit: Nutzen Anleger auch jene Renditequellen, die langfristig zur Diversifikation beitragen und das Risiko-Rendite-Profil eines Portfolios verbessern können?

Die Realität der KI-Konzentration

Wie viel KI haben Sie tatsächlich in Ihrem Portfolio? Für viele Investoren könnte die Antwort lauten: mehr als erwartet. Breite Marktindizes wie der MSCI World allokieren derzeit rund 25 % in KI- und Big-Data-bezogene Unternehmen[1] – und seit der Einführung von ChatGPT[2] im November 2022 wurde mehr als die Hälfte der Gesamtrendite des Index allein von KI- und Technologiewerten getragen[3], was bedeutet, dass eine standardmäßige globale Aktienallokation bereits eine substanzielle, strukturelle Wette auf die anhaltende Dominanz dieses Themas darstellt.

Diese Position hat Anlegern gute Dienste geleistet, und die strukturellen Rückenwinde – Rechenleistungsnachfrage, Unternehmensakzeptanz, Produktivitätsgewinne – bleiben fest bestehen. Der langfristige Investment Case bleibt daher überzeugend. Gleichzeitig haben einige der größten KI-bezogenen Unternehmen inzwischen Bewertungsniveaus erreicht, die mit der Marktkapitalisierung ganzer Industrieländer vergleichbar sind. Die Kapitalmarktgeschichte zeigt jedoch, dass selbst die erfolgreichsten Marktführer nicht unbegrenzt überdurchschnittliche Renditen erzielen:

Innovationsführer neigen dazu, zu Nachzüglern zu werden

Durchschnittliche künftig realisierte relative Rendite der US-Top-10-Unternehmen seit 1980

Quelle: DWS International GmbH, Bloomberg, Goldman Sachs, Stand: Juni 2026. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Hinweis auf zukünftige Renditen.

 

Dennoch kann eine starke Konzentration auf ein einzelnes Anlagethema dazu führen, dass Diversifikationspotenziale ungenutzt bleiben und das Risiko-Rendite-Profil weniger ausgewogen ausfällt, als es die Bandbreite der verfügbaren Investmentchancen zulassen würde. Ein robust aufgestelltes Portfolio stützt sich auf mehrere, voneinander unabhängige Renditequellen, die jeweils einen wertvollen und potenziell attraktiveren risikoadjustierten Beitrag zum Gesamtergebnis leisten können.

Die wachsende Nachfrage nach thematischen Investments verdeutlicht diesen Trend. Investoren suchen verstärkt nach zusätzlichen Renditetreibern jenseits ihrer bestehenden Kernallokationen – nicht als Ersatz für KI, sondern als Ergänzung. Entscheidend ist dabei, zwischen Themen zu unterscheiden, die tatsächlich neue Renditequellen erschließen, und solchen, die im Wesentlichen auf dieselben zugrunde liegenden Treiber setzen – lediglich in einer anderen Verpackung.

Wie man über Themen jenseits von KI nachdenken sollte

Wer ein bereits stark von KI und großkapitalisierten Technologiewerten geprägtes Portfolio um einen weiteren thematischen ETF ergänzt, erhält mitunter vor allem ein neues Label für einen sehr ähnlichen Anlagefokus. Ein sinnvoller Ausgangspunkt ist es, Anlagethemen aus zwei Perspektiven zu beurteilen: Erstens, wie stark wird die Rendite eines Themas durch den breiteren Markt erklärt? Und zweitens, wie eng ist das Thema mit dem derzeit vorherrschenden Anlagetrend verbunden? Anlagen, die in beiden Dimensionen hohe Werte aufweisen, leisten meist nur einen begrenzten Beitrag zur echten Diversifikation der Renditetreiber. Aus unserer Sicht lohnt sich daher vor allem ein genauerer Blick auf Themen, die sich in mindestens einer dieser beiden Dimensionen klar unterscheiden und dem Portfolio damit eigenständigere Renditequellen hinzufügen können:

Diversifikation durch und innerhalb thematischer Allokationen: Suche nach weniger korrelierten thematischen Chancen jenseits des KI-/Technologie-Clusters

Orangefarbener Balken: Erklärungskraft (r²) des S&P 500 (= Marktbeta)
Grüner Balken: Korrelation der Überschussrendite zum Nasdaq 100 (als breiter thematischer Proxy für technologische Innovation), auf Basis täglicher Daten seit Juni 2020

Quelle: DWS International GmbH, Stand: 16.06.2026. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit, tatsächlich oder simuliert, ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Die Nennung einzelner Wertpapiere dient nur zu Illustrationszwecken und ist nicht als Anlageberatung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Aktien oder Wertpapieren zu verstehen.

Wie ist diese Grafik zu lesen?

Was messen wir? Wir bewerten Themen entlang von zwei Dimensionen, um breites Marktexposure von echten thematischen Renditetreibern zu unterscheiden.

Erklärungskraft des S&P 500 (R²) misst, wie viel des Renditeverhaltens eines Themas durch Bewegungen des breiteren Aktienmarkts erklärt werden kann. Höhere Werte deuten darauf hin, dass die Performance weitgehend durch das Marktbeta statt durch themenspezifische Faktoren getrieben wird.
Korrelation der Überschussrendite zum Nasdaq 100 misst, in welchem Ausmaß die Renditen eines Themas nach Herausrechnung breiter Markteffekte von denselben Innovations- und Technologieführerschaftstrends getrieben werden, die die jüngsten Aktienmärkte dominiert haben. Höhere Werte deuten darauf hin, dass das Thema eng mit dem KI-/Technologiesektor verbunden ist.
Themen mit niedrigeren Werten bei einer oder beiden Messgrößen bieten mit höherer Wahrscheinlichkeit differenzierte Renditequellen.


Wie lässt sich ein weiteres Thema bewerten?

Dieser Rahmen kann auf jeden thematischen Index oder ETF angewendet werden:
1. Berechnen Sie die täglichen Renditen für das Thema sowie für einen breiten Markt-Referenzindex (z. B. S&P 500) und einen breiten thematischen Referenzindex (z. B. Nasdaq 100).
2. Führen Sie eine OLS-Regression der täglichen thematischen Renditen gegenüber dem breiten Markt durch und erfassen Sie das daraus resultierende R².
3. Berechnen Sie die täglichen Überschussrenditen des Themas gegenüber dem breiten Markt.
4. Messen Sie die Korrelation der Überschussrendite zum breiten thematischen Referenzindex.

Europa-Verteidigung beispielsweise sticht in diesem Rahmen hervor – ihre Renditen scheinen kaum durch das breite Marktbeta getrieben zu sein und weisen eine negative Korrelation zum KI-/Technologiethema auf. Elektrifizierung ist ein weiteres Thema, das in diesem Zusammenhang erwähnenswert ist: strukturell mit KI-Infrastruktur als zentralem Wegbereiter verbunden, macht es jedoch nur rund 2,7 Prozent des MSCI World aus – und ist daher ein potenziell nützlicher Baustein, um die Renditetreiber eines Portfolios über die Standardindexexponierung hinaus zu verbreitern. Wir haben dieses Thema in unserem April Spotlight ausführlich beleuchtet. Über diese Beispiele hinaus möchten wir zwei Themen hervorheben, die in vielen Portfolios weiterhin unterrepräsentiert sind und tatsächlich unterschiedliche Renditequellen einführen.

Zwei unterschiedliche Chancen, die eine genauere Betrachtung verdienen

1. China-Technologie


Chinesische Technologieunternehmen sind im MSCI World standardmäßig nicht enthalten. Für Anleger ohne nennenswerten Schwellenländeranteil im Portfolio eröffnet dieses Thema Zugang zu einem Innovationsökosystem, das in klassischen Developed-Markets-Portfolios kaum abgebildet ist. Als geografisches Gegengewicht zu US-Technologie folgte China-Technologie historisch betrachtet einem eigenen Performance-Zyklus (siehe unterstehende Grafik) und bietet damit Diversifikation auf mehreren Ebenen: andere Wachstumstreiber, unterschiedliche politische Sensitivitäten und eine eigenständige Gewinndynamik.[4] Unterstützt wird dies durch Chinas strategischen Fokus auf technologische Eigenständigkeit. Im jüngsten Fünfjahresplan wird KI mehr als 50-mal erwähnt; zugleich stehen Halbleiter, Quantencomputing und Robotik klar im Zentrum der industriepolitischen Agenda.[5] Damit ist China-Technologie weniger eine bloße regionale Variante des globalen Technologiethemas, sondern ein eigenständiger Innovationspfad mit eigenen Treibern, eigener Regulierung und eigener Kapitalmarktdynamik.

Zeit für China-Technologie aufzuholen?

2-Jahres-Gesamtrenditevergleich der Magnificent 7 & China Tech 8 (gleichgewichtet) relativ zum S&P-500-Index

 

Quelle: DWS International GmbH, Bloomberg, Stand: Juni 2026. Zeitraum: Juni 2024 bis Juni 2026. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit, tatsächlich oder simuliert, ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.


2. Aktive ETFs: Titelauswahl als potenzielle Renditequelle


Aktive ETFs können einen eigenständigen Beitrag zur Diversifikation leisten, indem sie nicht allein der Logik marktkapitalisierungsgewichteter Indizes folgen. Durch aktives Portfoliomanagement und gezielte Titelauswahl lässt sich die Abhängigkeit vom breiten Markt reduzieren und das Management von Klumpenrisiken verbessern. Die Portfoliozusammensetzung wird stärker von fundamentaler Überzeugung als von Indexgröße bestimmt.

Gerade nicht benchmarkgebundene Strategien können auf Sektor-, Länder- und Einzeltitelebene bewusst von klassischen Indexstrukturen abweichen. Dadurch entsteht Spielraum für Renditetreiber, die weniger stark vom aktuellen KI- und Technologiecluster geprägt sind. High-Conviction-Ansätze, die beispielsweise auf kleinere Wachstumsunternehmen und Innovatoren aus der zweiten Reihe setzen, vermeiden eine zu starke Orientierung an den heutigen Index-Schwergewichten und suchen gezielt nach der nächsten Generation potenzieller Marktführer.[6] Damit können bestimmte aktive ETF-Strategien mehr sein als eine alternative Verpackung bestehender Marktrisiken: Sie können eigenständigere Renditequellen erschließen, die Diversifikation verbessern und die Renditebasis eines Portfolios verbreitern.

Lesen Sie unser Juni Spotlight für einen tieferen Einblick in aktive ETFs.

Zusammengefasst

Breite globale Indizes sind bereits stark von KI und Technologie geprägt. Diversifikation ist daher keine automatische Folge einer breiteren Portfoliozusammensetzung, sondern eine bewusste Entscheidung für zusätzliche, möglichst eigenständige Renditequellen. China-Technologie und aktive ETFs können hier ansetzen: Sie bieten Zugang zu Themen und Strategien, die anderen Performancetreibern folgen, weniger eng mit dem dominierenden KI-Cluster verbunden sind und damit bestehende Portfolios sinnvoll ergänzen können. Gerade in einem Marktumfeld, in dem Konzentration zunehmend zur Norm wird, erscheint die Verbreiterung der Renditebasis besonders relevant. Sie kann helfen, Portfolios widerstandsfähiger zu machen, ohne auf jene strukturellen Wachstumsthemen zu verzichten, die die Märkte weiterhin antreiben.