Risikohinweise
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25.11.2025
Während US-Tech-Aktien hoch und runter gehen, feierten Schwellenländer in den ersten drei Quartalen 2025 ein Comeback. Doch in deutschen Portfolios sind sie kaum vertreten. Zeit, diese Anlageklasse neu zu entdecken.
Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Der linke Chart zeigt die Entwicklung in Euro der Indizes MSCI Emerging Markets Net Total Return Index und MSCI World Net Total Return Index. Der rechte Chart zeigt das Verhältnis beider Märkte relativ zueinander. Steigt der Wert, entwickeln sich Schwellenländer besser als entwickelte Länder und umgekehrt. Quelle: Bloomberg, DWS International GmbH, Stand 31.10.2025.
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Der Begriff Schwellenländer – im Englischen „Emerging Markets" – beschreibt Volkswirtschaften im Übergang. Sie haben die Phase der reinen Entwicklungsländer hinter sich gelassen, erreichen aber noch nicht den Status voll entwickelter Industrienationen. Diese Länder befinden sich bildlich gesprochen an der Schwelle zur Industrienation. Zu den wirtschaftlich bedeutendsten Schwellenländern zählen China, Indien, Taiwan, Brasilien und Südkorea[3]
Typisch für Schwellenländer sind überdurchschnittliche Wirtschaftswachstumsraten, eine fortschreitende Industrialisierung und ein steigender Lebensstandard. Das liegt häufig an einer wachsenden Binnennachfrage, Investitionsprojekten in zum Beispiel den Ausbau der Infrastruktur und einem hohen Bevölkerungswachstum. Häufig unterscheiden sie sich auch in ihrer demografischen Struktur von den Industrieländern.[4]
Die Klassifizierung als Schwellenland erfolgt durch große Indexanbieter wie MSCI nach klaren Kriterien. Neben der wirtschaftlichen Entwicklung der einzelnen Länder spielen auch die Größe, die Liquidität und der Zugang zum jeweiligen Aktienmarkt eine Rolle. Der MSCI Emerging Markets Index umfasst aktuell 24 Schwellenländer mit insgesamt 1.189 Unternehmen und deckt damit etwa 85 Prozent der frei handelbaren Marktkapitalisierung in diesen Märkten ab. Südkorea ist hier mit dabei, es wird von MSCI trotz seiner wirtschaftlichen Bedeutung und einem großen Aktienmarkt noch als Schwellenland eingestuft, da es die Anforderungen an den Zugang für ausländische Investoren nicht erfüllt – zum Beispiel durch Beschränkungen am Devisenmarkt, regulatorische und operationelle Hürden oder Inkonsistenzen bei der Marktpolitik und -infrastruktur.[5]
Aber auch aus der anderen Richtung ist der Club der Schwellenländer durchaus in Bewegung: Zum Beispiel, wenn Länder den Sprung vom Entwicklungsland zum Schwellenland schaffen. Vietnam steht kurz vor dieser historischen Hochstufung. Der Indexanbieter FTSE Russell wird das Land im September 2026 offiziell zum Emerging Market erklären – ein Meilenstein, der einen neuen Strom an Kapital in vietnamesische Aktien auslösen könnte.[6]
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Wie andere Märkte auch, gibt es für Schwellenländer immer wieder Phasen relativer Stärke oder Schwäche. Historisch konnten Schwellenländer-Aktien vor allem dann glänzen, wenn der US-Dollar schwächelte. In den 24 Jahren zwischen 2000 und 2024 schloss der US-Dollar zwölf Jahre im Minus (Jahre, in denen der der Dollar aufwertete, wurden im Chart für illustrative Zwecke ausgegraut). In zehn dieser zwölf Jahre hatten Aktien aus Schwellenländern gegenüber dem MSCI World die Nase vorn. Die ausgegrauten Jahre zeigen, dass sich Schwellenländer vereinzelt auch in Jahren eines starken Dollars relativ positiv entwickeln konnten.[7]

Die Grafik zeigt die jährlichen Renditen des MSCI World Net Total Return Index und des MSCI Emerging Markets Index. Jahre, in denen der US-Dollar, gemessen am US Fed Trade Weighted Nominal Broad Dollar Index, eine positive Entwicklung aufweist, wurden ausgegraut. Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Quelle: Bloomberg, DWS International GmbH.
Natürlich ist das kein garantierter Zusammenhang für die zukünftige Entwicklung, doch die Theorie hinter dem Phänomen erscheint plausibel: Viele Schwellenländer verschulden sich in US-Dollar, erwirtschaften ihre Einnahmen aber hauptsächlich in lokaler Währung. Schwächt sich die US-Währung ab, sinken die realen Schuldenlasten, während gleichzeitig die lokalen Währungen an Stärke gewinnen. Die Marktsituation 2025 zeigte genau dieses Muster: Ein schwächerer Dollar und eine lockere Geldpolitik der US-Notenbank schufen Bedingungen, die den Aktienmärkten der Schwellenländer einen Aufschwung verschafften.[8]
Das heißt, wenn’s im Portfolio für US-Dollar Vermögenswerte nicht so gut lief, konnten Schwellenländer häufig dagegenhalten. Was uns zum Punkt Diversifikation bringt. Durch die Beimischung von Schwellenländern in ein Portfolio kann das Gesamtrisiko eines Portfolios gestreut werden. Obwohl Schwellenländer einzeln betrachtet meist riskanter sind, als Aktien aus Industrieländern. Dass man sein Gesamtrisiko trotzdem reduzieren kann, liegt daran, dass die Wertentwicklung von Schwellenländern nicht immer direkt mit der von Industrieländern einhergeht, sondern sich in die entgegengesetzte Richtung entwickeln und somit einen Ausgleich schaffen kann. Das Stichwort hierbei lautet „Korrelation”. Diese Unabhängigkeit kann sie zu guten Partnern bei der Geldanlage machen, da die Korrelation zwischen beiden Märkten phasenweise recht niedrig ausfällt.[9]
So viel zu den positiven Eigenschaften der Schwellenländer. Doch natürlich begegnet man auch hier Risiken, die es zu beachten gilt, bevor man investiert. Aktien aus Schwellenländern sind kein Selbstläufer und auch sie können immer wieder Phasen durchlaufen, in denen andere Märkte deutlich besser abschneiden. Anders als in vielen Industriestaaten kommen hierbei noch politische Risiken hinzu, die vorab schwer einzuschätzen sind. Auch Währungskrisen und wirtschaftliche Verwerfungen können auftreten und die Kapitalmärkte des betroffenen Landes durchschütteln – ein Beispiel der jüngeren Vergangenheit bietet die Türkei-Krise im Jahr 2018 oder – schon etwas länger her - der Staatsbankrott in Argentinien im Jahr 2001. Auch regulatorische Eingriffe, wie sie China im Technologiesektor vorgenommen hat, können die Kurse vor Ort unter Druck setzen.
In Summe können sich bei Aktien aus Schwellenländern häufig spürbar höhere Schwankungen ergeben. Hinzu kommt das bereits erwähnte Währungsrisiko: Selbst, wenn eine Aktie in lokaler Währung steigt, kann eine Abwertung gegenüber dem Euro die Gewinne zunichtemachen.
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Möchtest du Schwellenländer als Beimischung in dein Portfolio integrieren, dann solltest du dir über den gewünschten Anteil im Klaren sein, denn je nach Risikoprofil kann eine höhere oder niedrigere Gewichtung sinnvoll sein. Generell sollten Schwellenländer als Ergänzung zu Industrieländern betrachtet werden und nicht als Ersatz. Dabei ist es ratsam, regelmäßig zu überprüfen, ob die Gewichtung noch zu deinen eigenen Zielen und zur Marktentwicklung passt.
Diese Möglichkeiten gibt es, über ETFs Schwellenländer ins eigene Portfolio aufzunehmen:
Schwellenländer mögen volatil sein und ihre eigenen Tücken haben – doch wer langfristig denkt und nicht alles auf eine Karte setzt, könnte in diesen dynamischen Märkten genau die Würze finden, die einem gut diversifizierten Portfolio bisher gefehlt hat.