MSCI Russia Capped Index UCITS ETF

Der MSCI Russia Capped Index UCITS ETF bildet die Performance von derzeit 26 im MSCI Russia zusammengefassten Unternehmen ab. Der Index ist ein marktkapitalisierungsgewichteter Index und setzt sich aus den Bestandteilen des russischen Standard-Index, dem MSCI Russia Index zusammen, welcher derzeit nur Russland umfasst. Für Bestandteile mit einer Gewichtung von über 25% gilt eine Tagesobergrenze von 22,5% und eine Quartalsobergrenze von 20 Prozent. Die verbleibenden Bestandteile werden auf Basis ihrer auf ausländische Anleger entfallenden Streubesitz-Marktkapitalisierung gewichtet, wobei die Gewichtung einem prozentualen Anteil an der verbleibenden Gewichtung ohne Obergrenze entspricht.  
 
ETF Name ISIN Pauschalgebühr p.a. Bloomberg-Ticker Reuters RIC
MSCI Russia Capped Index UCITS ETF LU0779800910 0,65% XMRC GS XMRC.DE
 
Die größten Sektoren sind aktuell Energie (55,93 Prozent) und Finanzwerte (16,56 Prozent). Unter den Einzelwerten bilden Gazprom, Lukoil und Sherbank die größten Positionen.

Konzentration auf Rohstoffe ist für Russland Chance und Risiko zugleich

Russland scheint sich dank seiner Rohstoffeinnahmen weitgehend entschuldet zu haben. Jetzt wäre es ratsam, wenn sich die Wirtschaft breiter aufstellt, um langfristig weiter wachsen zu können. Kurzfristig lasten die hohe Inflation und die restriktive Geldpolitik auf der russischen Wirtschaft.
 
Russland zählt mittlerweile zu den am geringsten verschuldeten Ländern der Welt. Während die hohe Staatsverschuldung insbesondere die westlichen Industriestaaten bereits in eine Krise geführt hat, haben sich die Verbindlichkeiten Russlands in den vergangenen Jahren konsequent verringert. Mit zwölf Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) betrug der Verschuldungsgrad im Jahr 2010 nach Berechnungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) auf Basis der zuletzt verfügbaren Daten vom September 2011 nur gut ein Zehntel der prozentualen Verschuldung von Ländern wie Italien oder Irland (beide ca. 120 Prozent des BIP)1. Aber auch im Vergleich zu großen Industrienationen wie den USA oder Deutschland (94 bzw. 84 Prozent des BIP) können sich die russischen Verhältnisse sehen lassen. Der Staatshaushalt konnte nach Analyse des IWF signifikant saniert und die Verschuldung zurückgeführt werden. Die hohen Einnahmen aus dem Export von Rohstoffen, insbesondere dem Erdöl, dürften maßgeblich dazu beigetragen haben. Und die Entschuldung Russlands schreitet weiter voran. Während der IWF für 2011 einen Verschuldungsgrad von 9,6 Prozent des BIP errechnet hat, werden für 2012 8,4 und für 2013 7,9 Prozent erwartet2.
  
Wirtschaftswachstum treibender Faktor
 
Das konjunkturelle Wachstum der vergangenen Jahre hat einen entscheidenden Beitrag zur Rückführung der russischen Schulden geleistet. Während sich die russische Wirtschaft nach der globalen Krise im Jahr 2009 schnell erholen und in den Jahren 2010 und 2011 um jeweils 4,3 Prozent zulegen konnte, stehen die Zeichen für die russischen Unternehmen auch zukünftig auf Wachstum. Die Prognosen des IWF liegen bei 4,0 Prozent für 2012 und 3,9 Prozent für 20133.
 
Die 26 größten und wichtigsten börsennotierten Unternehmen sind im MSCI Russia Index zusammengefasst. Der vom US-Anbieter MSCI berechnete Index bildet die Wertentwicklung dieser Aktien an der Börse Moskau eins zu eins ab. Der Großteil der im MSCI Russia Index zusammengefassten Unternehmen ist im Rohstoffbereich aktiv, vornehmlich in der Förderung und im Export von Öl und Gas. Wenngleich der Rohstoffexport die dominierende Säule der russischen Wirtschaft bleibt, nimmt die Binnennachfrage eine zunehmend wichtigere Stellung ein. Stützend dabei wirkt die gute Situation auf dem russischen Arbeitsmarkt, die Arbeitslosenquote sinkt beständig. Während nach IWF-Angaben 2010 rund 7,5 Prozent der Russen im erwerbsfähigen Alter ohne Beschäftigung waren, lag die Quote im vergangenen Jahr bereits bei 6,5 Prozent. Für 2012 werden nur noch 6,0 Prozent erwartet – ein Wert, der in den kommenden Jahren stabil bleiben sollte4.
 
Herausforderung Inflation
 
Der steigende Wohlstand der Bevölkerung und der damit zunehmende Inlandskonsum führen allerdings dazu, dass sich die Teuerung im Land auf einem hohen Niveau bewegt. Im Jahr 2011 betrug der Preisauftrieb 8,4 Prozent, nach 6,9 Prozent in 2010. Jedoch konnte die russische Zentralbank die Inflation zuletzt eindämmen, indem die Leitzinsen schrittweise erhöht wurden. Insgesamt sollte damit Überhitzungstendenzen der Wirtschaft entgegengesteuert werden. Trotz der restriktiven Geldpolitik wird sich die Inflationsrate 2012 nach Prognosen der Weltbank bei 6,5 Prozent einpendeln und damit deutlich über dem Zielkorridor von Regierung und Zentralbank (fünf bis sechs Prozent) liegen5.
 
Diversifizierung der Wirtschaft vordringliche Aufgabe
 
Gefahren für die Wirtschaft in Russland und dementsprechend die Entwicklung des russischen Aktienmarktes geht von der großen Anhängigkeit von einzelnen Handelspartnern und Rohstoffexporten aus. Die größten Handelspartner Russlands sind laut der russischen Zollbehörde aktuell China, Deutschland und die Niederlande6. Nach derselben Statistik machten die Brennstoff- und Energiewaren im Jahr 2011 72,6 Prozent des Exports aus (2010 waren es 70,8 Prozent)7. In den vergangenen Jahren war der Rohstoffanteil am Export stark gestiegen. Die russische Wirtschaft kann nach Ansicht der Weltbank selbst bei einem geringen Wachstumstempo der Weltwirtschaft schnell weiter wachsen, allerdings nur, wenn sie sich breiter aufstellt und nicht mehr so stark vom Rohstoffsektor abhängig ist. Wirtschaftsexperten fordern, dass es angesichts der schwankenden Preise auf den Rohstoffmärkten wichtig wäre, die russische Wirtschaft umzustrukturieren und den Fokus stärker auf Dienstleistungssektoren zu richten8.
 
Anleger sollten allerdings neben den wirtschaftlichen Risiken, die mit der Anlage in russische Vermögenswerte verbunden sind, auch die politischen Unsicherheiten im Blick behalten. Anzeichen dafür könnten die Massenproteste gegen die Ergebnisse der letzten Parlamentswahlen sein. Denn Instabilitäten auf der politischen Ebene können immer auch wesentliche Auswirkungen auf die Wirtschaft eines Landes haben.
 
1,2 IWF, www.imf.org, Liste der Länder nach Staatsschuldenquote, Stand Herbst 2011
3,4 IWF World Economic Outlook, April 2012
5 Weltbank, www.worldbank.org
6,7 Russian Federal Customs Service http://eng.customs.ru/
8 http://conf.hse.ru/en/2012/

Weltweit

Amerika

Deutsche Asset Management International GmbH

Xtrackers ETF Team
Mainzer Landstraße 11-17
D-60329 Frankfurt am Main
Hotline: +49 (69) 910 30549
Fax: +49 (69) 910 41276
E-mail: Xtrackers@db.com
Copyright © 2022 DWS Investments UK Limited
Letzte Änderung: 18.01.2022